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Braucht Europa eine gezielte Innovationspolitik für den Dienstleistungssektor?

2011-10-19 16:43:12

INNO-Grips Briefing empfiehlt, sich auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen zu konzentrieren

Der Dienstleistungssektor spielt eine wichtige Rolle in Europa. In den meisten Ländern tragen Dienstleistungen etwa 70-80% zum BIP bei und waren ein wichtiger Wachstumstreiber in den vergangenen Jahrzehnten. Ein INNO-Grips Briefing untersuchte, ob und in welcher Weise Innovationspolitik beitragen kann, dass der Dienstleistungssektor in Europa auch weiterhin wächst und zur Wohlstandssicherung beiträgt.

In der traditionellen Innovationspolitik ist die Bedeutung von innovativen Dienstleistungen nicht stark verankert; der Schwerpunkt der Förderungen ist deutlich technologielastig. Das INNO-Grips Briefing geht jedoch davon aus, dass weitere Innovationen im Dienstleistungsbereich wichtig sein werden, um das Ziel der „Europa 2020“ Strategie zu erreichen: „intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“, d.h. wirtschaftliches Wachstum unter Beachtung von ökologischen und sozialen Zielen.

Da bislang kaum Innovationspolitik speziell für den Dienstleistungsbereich gemacht wurde, gibt es auch noch so gut wie keine empirischen Befunde über die Wirksamkeit verschiedener Instrumente, etwa durch die Evaluation von Förderprogrammen. Studienautor Oliver Kovács vom ICEG European Center empfiehlt daher, dass die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten ihr Augenmerk auf die Evaluation von laufenden Maßnahmen richten sollten. Diese Ergebnisse werden gebraucht um die zukünftige Politikgestaltung zu erleichtern, etwa Entscheidungen für oder gegen bestimmte Fördermaßnahmen.

Trotz der fehlenden Evaluationsergebnisse gibt die Studie eine allgemeine Empfehlung für die Ausrichtung der Politik ab. Der beste Weg, Innovation im Dienstleistungsbereich zu fördern, bestehe in der Optimierung der Rahmenbedingungen, vor allem der Beseitigung (oder zumindest Reduzierung) von Hindernissen – dies sei wesentlich wichtiger als die direkte Förderung von Innovationsaktivitäten einzelner Akteure (etwa durch Projektförderung im Rahmen von speziellen Programmen). Auch auf europäischer Ebene sollte sich die Politik vor allem auf die Optimierung der Rahmenbedingungen konzentrieren. Das gelinge allerdings nicht allein durch Innovationspolitik (im engeren Sinn), sondern erfordere die koordinierte Anstrengung verschiedener Politikbereiche, insbesondere von Wirtschafts-, Wettbewerbs-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

 

Hintergrund

Das Briefing wurde im Rahmen von INNO-Grips ("Global Review of Innovation Policy Studies") erstellt. INNO-Grips ist Bestandteil des "PRO INNO Europe" Innovations-Portals (http://www.proinno-europe.eu) der Europäischen Kommission. Das INNO-Grips Projekt wird von empirica koordiniert und in Zusammenarbeit mit ICEG European Center sowie weiteren internationalen Forschungspartnern durchgeführt, auf Basis eines Vertrags mit der GD Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission. Der Vertrag läuft bis Ende 2012.

Das vollständige Briefing ist auf der INNO-Grips Website (in englischer Sprache) verfügbar:

http://www.proinno-europe.eu/innogrips/innovation-policy-briefs